Der beste Strafverteidiger – Ein Beitrag aus Hamburg

  • By:Rechtsanwalt Ponath
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Wer oder Was ist eigentlich der beste Strafverteidiger?

 

Darüber gehen die Meinungen naturgemäß auseinander, je nach dem wen man befragt, wird die Präferenz mehr oder weniger auf die eine, oder die andere Fähigkeit oder Eigenschaft gelegt werden. Durchsetzungsstärke, fachliche Kompetenz, sicheres Auftreten vor Gericht, dies oder Ähnliches wird man immer wieder hören, wenn die Frage nach den Eigenschaften der besten oder des besten Strafverteidigers gestellt wird. Zuweilen werden auch Namen von äußerst berühmten, noch tätigen, oder schon nicht mehr tätigen Kollegen, genannt und ins Feld geworfen.

Hier spielt dann der Grad der Berühmtheit, oder der Grad des Erfolges, häufig gemessen an der Anzahl der spektakulären Fälle, oder der Menge des vereinnahmten Honorars, die entscheidenden Rolle. Ein anderer wesentlicher Aspekt, vielleicht sogar der Entscheidende, wird leider häufig völlig übersehen.

 

Entscheidender Punkt: Das Vertrauensverhältnis Strafverteidiger und Angeklagter

 

Der absolut beste Strafverteidiger ist derjenige, dem Sie zu 100 % vertrauen und demzufolge auch Ihren Fall, Ihre Sorgen und Probleme, völlig frei und  ungezwungen anvertrauen können. Denn der theoretisch beste Strafverteidiger ist letztendlich nur so gut, wie das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen als Mandant und Ihrem Strafverteidiger. Die zweifelsohne auch wichtigen soliden Grundfähigkeiten kommen nämlich erst durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit, zwischen Strafverteidiger und Mandant, zu ihrer vollen Entfaltung.

Dies sei an einem einfachen Beispiel erklärt: Die Strafakte ist zunächst für alle gleich, das bedeutet, das Gericht, die Staatsanwaltschaft und der Verteidiger haben (über die Akteneinsicht) idealerweise alle den gleichen Informationsstand. Nun kommt aber der Mandant, der Angeklagte, ins Spiel kus2yb8.

 

Bessere Strafverteidigung durch Informationsvorsprung

 

Hat sich das Vertrauensverhältnis zwischen dem Verteidiger und dem Angeklagten optimal entwickelt, so ist diese Beziehung in den meisten Fällen eine schier unerschöpfliche Quelle an Informationen, die so nicht, oder auch gar nicht aus der Akte ergeben. Der Verteidiger kann diese Informationsquelle, diesen Informationsvorsprung, nunmehr nutzen um zum Beispiel nützliche Beweisanträge zu stellen, oder Beweisanregungen an das Gericht zu formulieren.

Im besten Falle ist das Gericht positiv überrascht oder über diese neuen Informationen verblüfft (ergeben sie sich ja nicht durch das Lesen der Akte) und geht dem nach. So wird also aus dem Verteidiger und dem Angeklagten, oder Beschuldigtem, der beste Strafverteidiger für den Mandanten, weil er es versteht aus der Beziehung, aus dem Vertrauensverhältnis, die wichtigsten Informationen herauszuholen und für die erfolgreiche Verteidigung optimal zu nutzen!

Denken Sie also daran, dass Ihr Verteidiger letztendlich nur so gut ist, wie Ihre Beziehung zu ihm es ermöglicht!

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